Der Prozess in der Seelsorgeeinheit Eutingen im Gäu

  • Nach dem Dekanatsforum im Herbst 2016 und einer Informationsveranstaltung zum Prozess Kirche am Ort- Kirche an vielen Ortengestalten nahm das Prozessteam  im Januar 2017 seine Arbeit auf
  • Begleitet wurden es von Seiten der Diözese von den Gemeindeentwicklern Renate Barwig und Rupert Metzger, welcher im Juli 2017 eine neue Aufgabe übernahm. Im September 2018 kam Christina Rehberg als zweite Prozessbegleiterin dazu
  • 7./8. Juli 2017: Klausurtagung im Kloster Untermarchtal mit dem Ziel, sich gegenseitig kennenzulernen und die Gemeinden mit ihren Strukturen und Orten kirchlichen Wirkens vorzustellen
  • 16.  Juli 2019: Visitation und den Abschlussgottesdienst  am 21. Juli 2019

 

Der Entwicklungsprozess der Seelsorgeeinheit steht unter dem Leitmotiv

                                            „Jesus Christus ist die Mitte und die Quelle unseres Glaubens“

 

Was uns als Kirche am Ort auszeichnet:
Der verbindende Glaube an Gott und die Liebe zur Kirche sind die Basis unserer Zusammenarbeit.
Der Wunsch, diesen Glauben zu stärken, zu vertiefen, Bestehendes mit neuem Geist zu erfüllen und zu neuen Ufern aufzubrechen, zeichnet uns als Kirche am Ort aus.
 

Ausgangslage zum Prozessbeginn:

  • Die vier Kirchengemeinden leben und gestalten ihr Gemeindeleben mit den örtlichen Traditionen und Bräuchen und leben diese mit sehr viel Engagement.
  • Die Ehrenamtlichen pflegen einen wertschätzenden Umgang miteinander.
  • Jede der vier Gemeinden hat in vielen Bereichen für sich entschieden und ihre Ziele selbst bestimmt. Zusammenarbeit gab es bereits bei der Sakramenten Katechese, der Ministrantenarbeit, den Sternsingern und dem Engagement für die Eine Welt.
  • Die Herausforderung bestand darin, den Entwicklungsprozess und das Zusammenwachsen der Seelsorgeeinheit voranzubringen, ohne die Identität der einzelnen Gemeinden zu verletzen. Jede Gemeinde ist selbstbewusst und stolz auf das in der Vergangenheit Erarbeitete und ErreichteEs besteht für die Seelsorgeeinheit seit Juni 2013 eine Kooperationsvereinbarung.

Um das Zusammenwachsen in der Seelsorgeeinheit Eutingen zu fördern, wurde ein gemeinsames Leitbild entwickelt. Es soll Orientierung und Kompass sein, an dem sich die pastoralen Ziele und Aufgaben der vier Gemeinden ausrichten.


Leitbild der Seelsorgeeinheit Eutingen im Gäu

Jesus Christus ist die Mitte und die Quelle unseres Glaubens

Wir, die vier Kirchengemeinden St. Stephanus Eutingen, St. Nikolaus Göttelfingen, St. Georg Rohrdorf, St. Martinus Weitingen, bringen im folgenden Leitbild zum Ausdruck, was wir als unseren Auftrag als Seelsorgeeinheit Eutingen und in unserem Lebensraum sehen.

Wir sind als Kirche sichtbar, erkennbar und erfahrbar.

Wir halten das Evangelium präsent und lassen es lebendig werden in der Verkündigung, durch unsere Haltungen und durch unser Verhalten.

Wir begeistern als Christen Menschen für unseren Glauben.

Wir sind offen und aufmerksam für Verbündete und Partner, mit denen wir gemeinsam im Sinne Jesu unseren Lebensraum gestalten.

Wir suchen gezielt nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit, z.B. mit Schulen, Kindergärten, Vereinen, Organisationen, bürgerlicher Gemeinde, anderen christlichen Konfessionen und Bekenntnissen.

Wir sehen die Not der Menschen und sorgen dafür, dass sie Hilfe erhalten.

Wir nehmen unsere Verantwortung für Menschen in der Einen Welt bewusst wahr.
Als Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit fördern wir unsere Verbundenheit, stärken wir unsere Zusammenarbeit und leben unseren Glauben gemeinsam.
 

Wichtige Stationen:

  • Das Prozessteam richtete am 12. Juni 2018 vier Werkstattgruppen (später Themengruppen genannt) ein. Jede der Themengruppen benannte einen bzw. mehrere Verantwortliche und legte Aufgabenbereiche und Ziele fest:
  • Gemeindeversammlung am 27.Januar 2019 in Rohrdorf: Die Vertreter der Werkstattgruppen luden die Anwesenden ein, sich in den verschiedenen Themenfeldern einzubringen und mit eigenen Ideen und Anregungen beizutragen.Eine Auswertung der SE- Versammlung zeigte, dass der Wunsch nach Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit vorhanden ist. Motivierend für das Prozessteam war es zu erfahren, dass die von ihm herausgegriffenen Themenfelder mit den Anliegen der Teilnehmenden gut zusammenpassten. Eine Herausforderung war und ist es, bei der Arbeit an den Themenfelder darauf zu achten, dass die Anliegen des Leitbilds nicht aus den Augen verloren werden. Dies bedeutet, immer wieder abzugleichen, ob das, was geplant und umgesetzt wird, sich in der Spur des Leitbilds bewegt.

Aufgrund der Erkenntnisse aus der Seelsorgeeinheitsversammlung wurden die Themengruppen und ihre Anliegen überarbeitet und stellten sich nun wie folgt dar:
 

Themengruppe 1:  Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit in der SE verfolgt das Ziel, die Menschen wissen und spüren zu lassen, was Kirche und Gemeinde vor Ort konkret auszeichnet.             .

  • Die Instrumente und Aktivitäten sollten nachstehende Zielgruppen besonders in den Blick nehmen: Kirchennahe Gemeindemitglieder, Kirchenferne Gemeindemitglieder sowie Nicht-Katholiken.
  • Alle derzeit in der Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der SE genutzten Medien (Mitteilungsblatt, Schaukasten, Vermeldungen, Homepage, Presse, Schriftenauslage, E-Mail) wie auch derzeit nicht genutzte Medien (bspw. Pfarrbrief, Newsletter, WhatsApp) wurden anhand folgender Dimensionen und Kriterien dokumentiert und untersucht: Inhalt, Turnus; Zweck und Ziel; Zielgruppe; Wirkung; Zuständigkeit; Aufwand; Organisation und Entwicklung.
  • Eine neue Homepage, die sehr gut angenommen wird, ist parallel zum KiamO-Prozess entwickelt worden.

 

Themengruppe 2: Gemeinsam im Glauben unterwegs

Das Ziel dieser Themengruppe ist es, die Begegnungen von Menschen jeden Alters zu initiieren und zu fördern.

  • Die Gruppe möchte auf Angebote und Veranstaltungen unterschiedlichster Art im Lebensraum Eutingen und in der näheren und fernen Umgebung aufmerksam machen.
  • Sie will Menschen zusammenführen, die etwas unternehmen und dies mit anderen gemeinsam tun wollen. Es sollen ein bis zwei Angebote im Jahr für Interessierte ausgearbeitet werden.
  • Die Themengruppe arbeitet an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Es ist nicht an ein durchgehendes Angebot für bestimmte Altersgruppen gedacht
  • Mögliche Projekte können sein:Bibelteilgruppen, Veranstaltungen unterschiedlichster Art gemeinsam besuchen, Arbeitskreise zu unterschiedlichen gewünschten Themen, Pilgerwege, Fahrdienste anbieten, kleine Nachbarschaftsdienste, gemeinsame Aktionen wie dieAktion Hoffnung, Tafelladenkiste, Schulranzenaktion, Gemeindenachmittag mit Schenk- und Tauschbörse.


Themengruppe 3: Willkommenskultur

Das Ziel dieser Themengruppe ist es, neue Gemeindemitglieder in der Seelsorgeeinheit willkommen zu heißen und über die Kirchengemeinden zu informieren.

  • Die Gruppe möchte mit einem Willkommensbrief, Flyer und Infoblatt in dem Kontaktpersonen genannt sind, neu zugezogene Gemeindemitglieder ansprechen.
  • Neubürger der Kirchengemeinden sollen in einer persönlichen Begegnung begrüßt und ihnen das Gefühl gegeben werden, dass sie wahrgenommen werden.
  • Täuflinge und ihre Familie sollen in den Kirchengemeinden willkommen geheißen werden: Bei der Taufe soll ein Gebet für den Täufling und seine Familie gesprochen und ein kleines Präsent übergeben werden. Sie sollen sich als junge Familie wahrgenommen fühlen.

 

Themengruppe 4: Familie
Als Ziel nennt diese Themengruppe, dass sie das Kirchenjahr mit seinen Bräuchen für Familien neu erschließen möchte.

  • Sie will Familien gute, positive Erfahrungen mit der Kirche und dem Glauben an verschiedenen Orten ermöglichen.
  • erstes Ziel: Aufbau bzw. die Weiterführung von Kinderwortgottesfeiern vorgenommen. Grundlage dazu war eine Fortbildung im Sommer 2018.

Folgende Projekte wurden aus der Vielfalt ausgewählt und teilweise schon in die Praxis umgesetzt:

    • Taufkatechese: Ein neuer Flyer wurde erarbeitet und Tauftermine werden abgestimmt.
    • Kinderkreuzwege, die auch für Kleinkinder geeignet sind, finden in allen vier Pfarreien am Karfreitag statt. Diese wurden in den Gemeinden gut angenommen.
    • Segnungsfeier der Osterspeisen/Osterkörbchen für Familien, auf Kinder abgestimmt, am Karsamstag um 15.00 h in einer der Kirchen in der Seelsorgeeinheit.
    • Ökumenische Einschulungsgottesdienste: Der erste wird am 14. September 2019 in Weitingen und Eutingen stattfinden. Vorbereitung und Durchführung der Gottesdienste erfolgt zukünftig durch ein Team der Themengruppe, in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den fünf Kindergärten der Seelsorgeeinheit.
    • Church Night: Als Alternative zu Halloween wirdam 31.10.19 ab 18.00 für Kinder und Jugendlich von 10 – 14 Jahren eine Church Night stattfinden.
      Die Vorbereitung und Durchführung erfolgt zu gegebener Zeit.

Ein erstes Fazitist,dass die Gruppe „Familie“ den Kinderkreuzweg und die Osterspeisensegnung im nächsten Jahr auf jeden Fall beibehalten möchte.
 

Fazit:

  • Die vier Gemeinden sind mehr zusammengewachsen.
  • Freude am Gestalten von Kirche ist neu aufgekommen.

Die Prozessarbeit war immer dann besonders erfolgreich, wenn die vier Grundhaltungen

VERTRAUEN – ERWARTEN – LASSEN – WERTSCHÄTZEN die Zusammenarbeit und die Arbeit am Prozess prägten