Sankt Jakobuskirche Ihlingen

 

Ihlingen am Neckar (Teilort von Horb am Neckar) - Praktische Informationen für Pilger

 

Von Horb vier Kilometer auf dem Jakobusweg oder Neckartalradweg neckaraufwärts erreicht man das malerisch gelegene Ihlingen (445 Einwohner) mit der einmalig schönen Jakobuskirche.

Die ehemalige Mutterkirche von Horb wurde vor ca. 900 Jahren erbaut. Beeindruckend der frühgotische Turm, welcher in den unteren Stockwerken nur schmale Lichtöffnungen und im Glockenhaus spitzbogige Fenster hat. Sehr wertvoll sind die beiden Bronce-Glocken aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert. Der hohe Holztreppenaufzug zum Turm und die starken Grundmauern (1,74m) deuten auf einen Zufluchtsort der mittelalterlichen Ihlinger in kriegerischen Zeiten hin.

Die Jakobuskirche wurde vielfach verändert, die Mauer an der Südseite um 1813 erneuert und 1990 umfassend restauriert. Nachdem man beim Betreten des Innern die schön gearbeiteten, mit Nägeln und originalen Beschlägen verzierten Eingangstüren bewundert hat, lässt der rechteckig abschließende frühgotische Chor, der ebenso breit wie das Kirchenschiff ist, den Bau als besonders langgezogen erscheinen. Eine Barock-Empore mit seiner warm wirkenden Holzbalustrade belebt den Innenraum. Beachtenswert ist auch die altertümliche Stiege zur Empore.

1. Öffnungszeiten:

Täglich von 9.00h – 18.00h

Kirchenführungen nach telefonischer Anmeldung:07451 – 60637

Pilgerstempel ist am Bücher- und Ansichtskartenstand vorhanden.

2. Weitere Sehenswürdigkeiten:

1. Fresken an der Seitenwand des Chores

Das linke, nur noch schemenhaft erkennbare Fresko zeigt vermutlich Maria mit dem Jesuskind und die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland. Vom Fresko auf der rechten Seite ist vor allem ein Engel mit einem Baldachin gut erhalten.

2. Frühgotisches Doppelfenster

Die obere Hälfte stammt wohl aus dem 14. Jahrhundert. Der untere Teil wurde 1973 ergänzt. (W. Geyer Ulm, Fa. Derix Rottweil)

3. Holzkanzel aus dem Jahr 1617

(Intersarienarbeit im Renaissance-Stil ruhend auf einem Kragstein)

4. Rechts im Chor

Säulenkrippe von Sieger Köder und den Kripplesfrauen von Rosenberg (Weihnachten 2006)

5. Statuen

Rechte Chorwand: Unser Kirchenpatron St. Jakobus mit Buch, Pilgermuschel und Pilgerstab mit Kalebasse (ca. 1680)

Linke Chorwand: St. Andreas.

Vom Chor aus gesehen rechts im Schiff: St. Maria und Josef (ca. 1900, neugotisch) Kruzifix (Barock). Christusfigur Original, Kreuz 1990

6. Altar: Heinrich von Schneider, Rottenburg 1972

7. Ambo, Tabernakel, Osterkerzenständer, Weihwasserbecken und Vorratsbehälter, sowie die Sedilien (Sitze im Altarraum) wurden von dem Altheimer Bildhauer Alfred Appenzeller 1990 gestaltet

8. Links im Schiff: Wandmalerei "Drei Jakobuspilger auf dem Weg nach Santago" gemalt von Sieger Köder vom 02. bis 06. Juli 2001

9. Die auf dem Ambo liegende Sieger-Köder-Bibel darf eingesehen werden

10. Kleines Kirchenmuseum

Auf dem Kirchendachboden und Kirchturm können die 2 Glocken im eichenen Glockenstuhl, ein mechanisches Uhrwerk von ca. 1880, der alte Hochaltar (1892) von Peter Paul Hausch (Horber Bildhauerschule), alte Messgewänder, Messbuch, Beerdigungsgegenstände, Kommunionbank, Krippen und sonstige Kultgegenstände besichtigt werden.

Nur nach Anmedung mit Führung möglich: Tel. 07451 / 60637

Nach dem Besuch der Kirche empfehlen wir noch einen kleinen Spaziergang über den kircheneigenen Friedhof zum 1994 aufgestellten Jakobusstein (Erinnerung an den Jakobusweg) vor der Friedhofsmauer und zum Gemeindezentrum Mühle, einem Bau aus den Jahre 1585, welcher 1885 und 1995 umgebaut bzw. renoviert wurde.