Sr. Reinholda Zirkel verstorben

30 Jahre Leben und Wirken am Wallfahrtsort Heiligenbronn im Waldachtal

Sr. Reinholda Zirkel ist am 26.5.2021 im Kloster Heiligenbronn verstorben. 30 Jahre lebte und wirkte Sie gemeinsam mit Sr. Irmentrudis am Wallfahrtsort Heiligenbronn, Waldachtal im Katholischen Dekanat Freudenstadt. 2019 kehrte Sie ins Kloster Heiligenbronn zurück.

 

Das Kloster Heiligenbronn schreibt auf seiner Homepage:

Sr. M. Reinholda Zirkel wurde am 20. März 1938 in Balingen geboren und wuchs in Erlaheim auf.
Sie trat am 31. März 1955 in die Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Heiligenbronn ein.
Ihre Profess feierte sie am 21. April 1959.
Sie verstarb ganz unerwartet nach einem schweren Schlaganfall am 26. Mai 2021 im 84. Lebensjahr und im 63. Jahr ihrer Ordensprofess.

Nach ihrem Eintritt ging sie zunächst für 2 Jahre nach Dillingen und machte dort die Ausbildung zur Kindergärtnerin. Nach ihrer Profess übernahm sie für zwei Jahre den Dorfkindergarten in Heiligenbronn, bevor sie von 1961 bis 1968 in Freudenstadt den Kindergarten leitete. Eine Zusatzqualifikation als „Jugendleiterin“ folgte von 1968 – 1970 in Freiburg. Die Ausbildung zur „Jugendleiterin“ gilt als Vorläufer der Sozialpädagogik. Nach ihrer Rückkehr übernahm sie als Heimleiterin das Internat der damaligen Blindenschule. Fast 20 Jahre engagierte sie sich mit viel Herzblut in diesem Bereich. So war sie eine der Ersten, die sich als Mobilitätstrainerin ausbilden ließ und diese Methode in Heiligenbronn einführte. Weiter unterstützte sie viele Kinder und Jugendliche mit einer Sehbehinderung, versuchte deren Charismen und Fähigkeiten zu entdecken und gezielt zu fördern. Frank Höfle gehörte z. B. zu „ihren Kindern“. Eine weitere Zusatzausbildung zur Supervisorin kam dazu.
Nach einem Sabbatjahr in Heiligkreuztal lebte Sr. Reinholda ab 1990 in Heiligenbronn, Waldachtal. Fast 30 Jahre brachte sie sich ein in den Aufbau der Wallfahrt – dazu gehörte die Renovierung der Wallfahrtskirche sowie das Anlegen und Pflegen des weithin bekannten Kräutergartens. Die Dekanatswallfahrt bekam durch ihren Einsatz neuen Schwung. Sie engagierte sich in der katholischen Erwachsenenbildung, war als Supervisorin tätig und für viele Menschen, die Gesprächsbedarf hatten, eine wichtige Anlaufstelle. Zusammen mit Sr. M. Irmentrudis Berktold gab sie in der Umgebung Meditationskurse, Eutonie u.v.m.
2019 kehrten die beiden Schwestern ins Mutterhaus zurück. Bis zu ihrem plötzlichen Tod lebte Sr. Reinholda im Konvent St. Klara.

In all den Jahren und in allen Phasen ihres Ordenslebens war das Wort der Mutter Jesu bei der Hochzeit zu Kana tragend: "Was ER euch sagt, das tut" (vgl. Joh 2,5).
Als Anliegen für ihren „Ruhestand“ formulierte sie 2019: Zeit haben für das Gebet, für die Beziehungen, aus der Hektik aussteigen und immer mehr zum Wesentlichen kommen.

In den zwei Jahren ihres Ruhestandes war das spürbar ihr Anliegen – zum Wesentlichen kommen. Ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit wahren und doch im Vertrauen auf die Fürsorge Gottes ihren Weg gehen. Mit 83 Jahren darf man auch gehen, sagte sie in den letzten Monaten häufiger. Dass sie so schnell geht, ist für uns überraschend und schmerzlich – für sie vermutlich folgerichtig, denn pflegebedürftig werden, das wollte sie nicht. Diesen Wunsch hat ihr der Herr erfüllt.

So geben wir dankbar das Leben von Sr. M. Reinholda zurück in die Liebe und Treue Gottes. Möge ihr Leben – das reiche Frucht gebracht hat für viele Menschen – sich vollenden in der Freude und dem Frieden des Himmels.